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| Flugscheiben über Neuschwabenland: Die Wahrheit über »Vril«, »Haunebu« und die Templer-Erbengemeinschaft
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Gut: Versucht die Streu vom Weizen zu trennen
• • • • • (bewertet mit 3 von 5 Punkten)
Alle meine Rezensionen ansehen (REAL NAME) Rezension bezieht sich auf: Flugscheiben über Neuschwabenland: Die Wahrheit über »Vril«, »Haunebu« und die Templer-Erbengemeinschaft (Gebundene Ausgabe) Ein brisantes und phantastisches Themenfeld
Wie Sie an meiner Überschrift klar erkennen können, gehört eine gehörige Portion Skepsis zum Grundinventar menschlichen Verstandes. Fehlt diese besteht die Gefahr, dass nachfolgende Informationen unreflektiert übernommen werden. Bisher habe ich mich über dieses Thema nur über einschlägige Netzmeldungen 'informiert" ' - auf die diffuse Quellenlage diesbezüglich will ich hier nicht weiter eingehen. Aus diesem Grund wollte ich etwas 'Handfesteres" und bin nach kurzem Stöbern eben auf das Werk von Heiner Gehring und Karl-Heinz Zunneck gestoßen. Der populistische Untertitel 'Die Wahrheit über Vril, Haunebau und die Templer-Erbengemeinschaft" (Gähn...Templer - nicht schon wieder!) luden meine Vorbehalte schon zu Beginn auf ein recht hohes Niveau an ' - und so begann man zunächst im Prolog zu erklären, dass man eigentlich nichts wirklich definitiv wisse. Man sehe das in etwa so, dass im Kern der ganzen Sache ein Fünkchen Wahrheit stecken würde ' - das ganze Drum herum jedoch nur echten Verschwörungsfreaks vorenthalten ist bzw. von diesen verwirrten Geistern so verzerrt wurde, dass letzte Endlich diese interessante Thematik der Lächerlichkeit preis gegeben wird. Diese Distanzierung im Vorwort mag echt sein 'oder Taktik ' - abschließend vermag ich das Gesagte nicht richtig einzuordnen. Wer jetzt denkt ' - 'an dieser Stelle kann ich aufhören zu lesen" -' der irrt sich jedoch, wie meine nachfolgende Kapitelbeschreibung noch zeigen wird...
Kapitel 1:"Haunebu und Vril-Flugscheiben" Nach dem ausführlichen Dementi im Prolog beginnt man gleich mit einem ganz heißen Eisen: Den irdischen Flugscheiben aus deutscher Produktion. Auffallend sind hier viele Verweise zu (teils nur temporär erreichbaren) Internet-Seiten sowie Querverweisen zu anderen Werken des Autors Gehring. Man kann es ihnen Fairerweise aber kaum verübeln '- schließlich gibt die Quellenlage einfach nur mehr her. Es werden ' 'so weit es die Autoren verantworten können", Namen, Orte und Typenbezeichnungen genannt, gepaart mit Verweisen ins thüringische Jonastal und auf andere Geheimwerkstätten. Auch auf richtig abgehobene Themen wie 'Deutsches Reich auf dem Mond" oder das 'Unternehmen Aldebaran" wird distanziert und sachlich eingegangen. Das die Deutschen zur damaligen Zeit technologisch führend waren ' ist kein Geheimnis. V1 und V2 sowie technologische Quantensprünge wie der weltweit erste Düsenjet (Me 262) ' sind heute geradezu als offenkundig zu bezeichnen. Da liegt es nicht fern auch weitere tollkühne Projekte in Erwägung zu ziehen. Namentlich sei hier explizit die deutsche Atombombe erwähnt: Man war hier wohl tatsächlich schon wesentlich weiter als heute allgemein hin angenommen wird. Zuzutrauen wären das den damaligen Deutschen durchaus gewesen '- vorsichtige Schätzungen beziffern den Gegenwert an geraubten Prototypen, Dokumentationen, Patenten und nicht zu letzt an Menschenmaterial auf gut 1 Billion(!) Dollar ' - geraubt durch die Siegermächte. Nun, in Kriegen ist das nun mal so. Was jedoch arg verwundert ist, dass die Alliierten auch 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges scheinbar nicht fähig sind, diese Technologien der Flugscheiben zu reproduzieren. Entweder ein wahnsinnig geschicktes Täuschungsmanöver oder die damaligen Prototypen waren eine Sackgasse. Auf die Technik wird -' meiner Meinung nach - ' etwas zu oberflächlich eingegangen. Dies liegt jedoch höchstwahrscheinlich auch an der recht diffusen Quellenlage. Das Zwischenfazit der Autoren lautet hier: Flugscheiben in begrenzten Maßen JA - Kolonien auf Mond, Weltraumflüge und Aldebaran NEIN. Die vorgetragenen Argumente sind stichhaltig und logisch '- und zumindest in diesem Punkt halte ich es mit leichter Tendenz zur Wahrscheinlich für möglich. Jedenfalls VIEL WAHRSCHEINLICHER als diese Außerirdischen-Märchen der Neuzeit...
Kapitel 2: '"Okkulte Gruppen und Bünde der Vril- und Haunebu-Saga" Dieses Thema schenke ich mir ' alles schon mal da gewesen: Die obligatorischen Templer (Nachfolger), Theosophie, 'ganzheitliches Denken aus dem Tibet", Esoterik, 'mediale Fernverbindungen" usw. Fazit: Es nun mal so die Art von Geheimgesellschaften, dass sie eben geheim und elitär sind. Die veröffentlichen Informationen können also auch zielgerichtete Irreführungen sein. Die Autoren bewahren sich zum Glück des Lesers auch hier ein gutes Stück Distanz und zeigen Verbindungen und Querverweise so sachlich wie möglich auf. Ein Kapitel das man auch überspringen kann.
Kapitel 3: "Neuschwabenland und die Antarktis" Ein Schlüsselkapitel '- den letztendlich dreht sich alles um dieses ominöse Gebiet am Südpol. Leider werden die Operationen (vor allem 'Highjump") nicht so ausführlich beschrieben wie ich es mir gewünscht hätte. Erwähnenswert ist hier die gut recherchierte Auflistung der bisherigen Expeditionen der Deutschen in dieses Gebiet, sowie die Nichterwähnung des vermeintlichen 'Sieges gegen die Amerikaner" ' der sonst in einschlägigen Internet-Foren so zu lesen ist. Auch die richtige Erwähnung, dass Herr Bryd nicht der Oberbefehlshaber der Operation der Amerikaner war, tut erstaunlich gut. Sachlich, prägnant -' regt durchaus zum Nachdenken an und ist im Kern der Sache mehr als nur eine Hypothese wert...
Kapitel 4: "Hitler am Südpol?" Aus heutiger Sicht '- banal und zweitrangig. Damals wurde der Freitod Hitlers jedoch vor allem auf alliierter Seite von jeher in Zweifel gezogen. Die mannigfaltigsten Phantombilder eines Hitlers der nach einer vermuteten 'Schönheitsoperation" verfremdet wurde geisterten damals durch alle westlichen wie östlichen Geheimdienste und Militärkreise. Besonders die Sowjet-Russen wollten nie so recht an den Flammentod glauben. Mag sein, dass die KPDsU-ler dies nur aus propagandistischen und ideologischen Gründen verbreiteten '- Tatsache ist jedenfalls, auch die Amerikaner waren sich keinesfalls so sicher. Ich denke die Alliierten haben sich wesentlich mehr für das Ende Hitlers interessiert als die Deutschen selbst ' diese standen schließlich noch unter einer Art Kollektivschock und Eindrücken einer Endzeitstimmung. Weniger seriös muten hier jedenfalls die Verbindungen zum FBI an. Gut, über den damaligen FBI-Chef J. Edgar Hoover ranken sich viele Mythen - 'ABER: Der FBI ist eine amerikanischer INNEN-Behörde, eine Bundespolizei. Was treiben solche Leute in Südamerika? Hat man hierfür nicht CIA, NSA und wie sie alle heißen? Fazit: Selbst wenn Hitler '- wie hier vermutet erst 1953 im Exil gestorben sein mag '- was ändert dies an der Sache? Es wäre nicht der erste und sicherlich auch nicht der letzte Diktator gewesen der sich der Exekution durch die Kriegsgewinner entzogen hat... ' mit einem Wort: Relativ unerheblich. Die Zahlenangaben zu diesbezüglich erwähnten 'deutschen Kolonien wirken hier übrigens stark übertrieben und unrealistisch.
Kapitel 5: "Die Dritte Macht" Ebenso obskur wie das Kapitel Nummer zwei. Die Dritte Macht soll der heimliche Gegenspieler der Amerikaner und Russen sein. Zwei Denkfehler möchte ich hier nennen. Ersten den so genannten 'Z"-Plan. Hier wird der Chef der Deutschen Abwehr Wilhelm Canaris als Schlüsselstück für den Notfall-Plan eines Viertes Reiches dargestellt. Ausgerechnet Canaris? Dieser wird in heutigen nationalen wie nationalistischen Kreisen als Geheimnis- und Vaterlandsverräter angesehen. Hitler hatte eine recht gute Menschenkenntnis was seine Untergebenen betraf. Hätte er tatsächlich Canaris mit solch einem 'Vorsorgeplan" beauftragt? Zweitens: Thesen wie, "die 'Teilwiedervereinigung von 1989 gingen auf diese Dritte Macht zurück" sind einfach nur lächerlich, schließlich wurde diese Vereinigung von West- und Mitteldeutschland mit der Zwangseinführung des Euros mehr als teuer erkauft...
Kapitel 6: "'Der Flugscheiben-Untergrund nach 1945" Eigentlich kein eigenes Kapitel ' nur ein kurzer Exkurs über eine der möglichen Varianten nach 1945.
Kapitel 7: "Die Wahrheit" Unter diesen pseudo-philosophischen Titel verbergen sich erstaunlich akribisch gesammelte Zeitungsausschnitte rund um Flugscheiben, Neuschabenland und deutsche Geheimwaffen. Leider liegen diese Ausschnitte nicht im Reproduktion vor -' sondern wurde in normaler Fließtextform eingefügt. Man tut sich also noch schwerer die zitierten 'Ausschnitte" auf ihre Authentizität hin überprüfen zu können.
Den Abschluss bildet ein detaillierter Anhang mit Literatur- und Quellnachweisen.
Fazit aus wissenschaftlicher Sicht: Zwar kein 'richtiges" Sachbach '- jedoch mehr als reine Fiktion. Man bekommt einen recht guten Überblick über verschiedene Theorien und Szenarien zur Endzeit des Dritten Reiches präsentiert. Ein guter Start in die Thematik '- man kann das Buch ohne Mühe und mit viel Kurzweil über ein Wochenende lesen. Den Autoren Gehring und Zunneck kann ihre Vorsichtigkeit und bemühte Sachlichkeit nur zum Vorteil gereichen. Sie schaffen etwas mehr Seriosität in diesen weit gefächerten Verschwörungsbereich.
Fazit aus psychologischer Sicht: Die Deutschen haben das Ende des Zweiten Weltkrieges und seine Folgen nie richtig verdauet. Da kommt der Hoffnungsschimmer eines verspäteten Endsieges (jedenfalls lassen Formulierungen wie 'SS-Maiden" nicht gerade auf eine Antipathie der Autoren schließen) ' - gerade richtig. Nach... Lesen Sie weiter... ›
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 16. Februar 2008 | | |
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